Neues Ruder-Schmuckkästchen am Elbe-Seiten-Kanal: RVGH weiht Anbau offiziell ein

Neues Ruder-Schmuckkästchen am Elbe-Seiten-Kanal: RVGH weiht Anbau offiziell ein

In diesem Upgrade steckt sehr viel Eigenleistung

Das kann sich sehen lassen: Der Ruderverein am Gymnasium Hankensbüttel hat feierlich die neuen Funktionsräume an seinem Domizil am Elbe-Seiten-Kanal eingeweiht. Entstanden sind nach dem Abriss des alten Gebäudeteils ein neuer Sanitärtrakt und ein Jugendfitnessraum, der auch von Erwachsenen genutzt werden darf.

Der Vorsitzende Heiko Ernst erinnerte an die Entstehungsgeschichte, nachdem erstmals in der Geschichte des RVGH ein Bestandsgebäude abgerissen worden war. Dieses stammte von 1985 und war in vielerlei Hinsicht nicht mehr zeitgemäß. Der Neubau ist energetisch auf dem neuesten Stand, barrierefrei und verfügt über ein Behinderten-WC. „Mit dem Fitnessraum haben wir nun das komplette Training vor Ort“, unterstrich Ernst. Bisher wurde das Trockentraining in einem Raum des Gymnasiums abgehalten.

Finanziell kamen Förderungen durch das das Dorferneuerungsprogramm, vor allem aber durch private Spender. So griff Hermann Butting ganz tief in die Tasche, spendete außerdem das Vereinslogo in Edelstahl, die Firma Scheerer aus Behren baute wiederum die Zaunanlage. Eigenleistungen der Mitglieder erfolgten im Außenbereich, der demnächst fertiggestellt wird. Im Februar 2019 hatte es eine erste Infoveranstaltung gegeben, viele Gespräche folgten, um den „ganz schönen Kraftakt“ zu bewältigen, wie Ernst ausführte. Der Abriss nach einem einstimmigen Entscheid auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung erfolgte im September 2020, der Rohbau stand bereits vor dem Winter. Auch die gestiegenen Baukosten wurden von den Vereinsmitgliedern aufgefangen.

Die Anfänge des Vereins

Der Ehrenvorsitzende Lutz Petzold erinnerte an die Anfänge des Vereins, der am 4. Juni 1975 im Gymnasium gegründet wurde, noch vor der offiziellen Eröffnung des Elbe-Seiten-Kanals, nachdem man für 7 000 Mark zwei Boote gekauft hatte. Das erste Vereinsheim, noch heute Bestandteil des Gebäudes, war ein Bundeswehrfeldhaus aus Knesebeck. 1984 kam der erste Sanitärtrakt hinzu, viele der Um- und Anbauarbeiten fanden unter maßgeblicher Unterstützung von Dr. Hermann Butting statt, dem Vater des heutigen Firmenchefs, der von allen respektvoll „der Doktor“ genannt wurde. In fast allen Ländern Europas und in ganz Deutschland waren die Hankensbütteler Ruderer unterwegs.

Ehrenmitglied Bernd Dralle sprach von „Geschichte“. Denn erstmals sei ein Bestandsgebäude abgerissen worden, um einem Neubau zu weichen. Bis dahin hatte man immer angebaut. Dass dies nötig sei, liege auch daran, dass der Fitnessraum im Gymnasium nicht mehr zur Verfügung stehe. Zudem sei aus einer Vorahnung heraus eine Lüftungsanlage mit eingebaut worden.

Korn kritisiert Verhältnis zum Gymnasium und plädiert für Erhalt des Vereinsnamens

Ehrenmitglied und Ex-Schuldirektor Dr. Dietrich Korn freute sich ebenfalls über den Fortschritt des Vereins, bat aber darum, das Verhältnis zum Gymnasium „in einen besseren Zustand zu bringen“. Mehr als 40 Jahre gute Zusammenarbeit dürften nicht durch das „miese Verhältnis“ der letzten zwei Jahre weggeschoben werden, appellierte er. In dem Zusammenhang sollte man auch über die angedachte Namensänderung noch einmal nachdenken und das Wort „Gymnasium“ im Vereinsnamen belassen. „Über eine Namensänderung ist noch nicht entscheiden“, sagte Ernst dazu.

Ruderer wollen sich in Zukunft breiter aufstellen

In Zukunft, so der Vorsitzende, will sich der RVGH breiter aufstellen und die Kooperation auch zu anderen Schulen neben dem Gymnasium suchen. Derzeit habe man 140 Mitglieder, die in der Pandemie weniger aktiv sein konnten. Vor allem die Jugend hatte weniger Möglichkeiten, da sie nur unter Aufsicht rudern durfte, was wegen der Hygieneregeln schwierig war. Regatten und Meisterschaften fielen völlig aus. Das hat sich derzeit geändert. Training findet wieder statt und noch in dieser Woche will man zur Regatta nach Celle. Der Rückgang der Mitgliederzahl in der Pandemie sei „nicht besorgniserregend“, so Ernst. Über neue Ruderkurse wolle man die Zahl wieder steigern. Dass das gelinge, da sei man auch aufgrund der nun neuen Möglichkeiten zuversichtlich, zumal man der einzige Ruderverein im Landkreis sei. – Von Burkhard Ohse

Quelle: Isenhagener Kreisblatt, 29.09.2021
Foto: Das neue Schmuckkästchen am Elbe-Seiten-Kanal: Der Ruderverein am Gymnasium Hankensbüttel um den Vorsitzenden Heiko Ernst weihte feierlich den neuen Sanitärtrakt samt Fitnessraum ein. © Ohse, Burkhard

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