Presse

rvgh.de – Presse: Presseartikel u. a. aus dem Isenhagener Kreisblatt und eigene Presseveröffentlichungen

Nach Balkonien ist vor Re(gatta)-Start!?

Rudern: Imort gewinnt Corona-Challenge auf Ergometer und gibt 2020 noch nicht auf

Kann man mal machen – muss aber nicht von Dauer sein… Der gebürtige Steinhorster Dominic Imort bei der Ergometer-Challenge auf seinem heimischen Balkon. Foto: Privat

Stuttgart/Steinhorst – Die meisten Menschen breiten auf ihrem Balkon die Liege für ein Sonnenbad aus. Dominic Imort hingegen funktionierte sein kleines Outdoor-Wohnzimmer in Esslingen bei Stuttgart zwei Monate lang zur Freiluft-Arena um.

Eigentlich ohne Publikum, wenngleich seine Ruder-Maschine „schon Aufmerksamkeit erregt“ hätte.

Denn so ein Ergometer sei nicht unbedingt „superleise. In etwa wie ein Staubsauger“. Die Nachbarn beschwerten sich nicht, der gebürtige Steinhorster letztlich auch nicht. Denn er heimste bei der vom Schüler-Ruder-Verband Niedersachsen ins Leben gerufenen, deutschlandweiten Ergometer-Challenge in den vergangenen vier Monaten ausnahmslos Siege in seiner Altersklasse ein. Eine willkommene Abwechslung in Zeiten des Corona-Lockdowns.

„So hatte ich jeden Monat ein Ziel“

Die Pandemie und ihre Folgen für den Sport waren es nämlich gewesen, die den Nachwuchsverband auf die Idee mit der Homeoffice-Herausforderung gebracht hatten. Damit nicht alles komplett zum Erliegen kommt. Ein charmanter Ansatz, fand auch Imort – und war von Anfang bis Ende bei jeder der vier Monats-Challenges dabei. „Es ist cool, dass der Schüler-Ruderverband die Leute so bei der Stange halten will. Das hat bei mir dafür gesorgt, dass ich jeden Monat ein Ziel hatte, auf das ich hinarbeiten konnte. Also habe ich mich anfangs regelmäßig auf dem Balkon gequält und später, als es wieder erlaubt war, dann im Verein“, erzählt der 31-Jährige.

Den Fokus behalten: Genau das sei das größte Malheur seit dem Corona-Cut gewesen, betont Imort. Weniger für ihn selbst als für die Nachwuchsruderer, wie er in seinem Dunstkreis mitbekam. „Ich habe 2003 angefangen, es ist meine 17. Saison – das ist dann halt mal so. Da kannst du drüber hinwegsehen. Aber für die Jugend ist es belastender. Ihr wurde komplett der Stecker gezogen, sie können sich nicht mehr motivieren – weil der komplette Saison-Höhepunkt fehlt.“ Unzählige Regatten und Events wurden abgesagt. Dementsprechend kam die Initiative mit der Ergo-Challenge für viele wie gerufen. „Sie haben die richtige Idee gehabt.“

Steinhorster startet für RVG Hankensbüttel

Beim Abschluss-Wettbewerb – die Strecken wurden von Mal zu Mal kürzer (erst 5000, dann 3000, dann 1000 und im Juli 350 Meter) – setzten sich über 300 Teilnehmer bundesweit auf die Trocken-Rudergeräte. Zuvor waren es immer über 200 gewesen. In Anlehnung an seine Anfangszeit an den Riemen ging Imort übrigens nicht für seinen eigentlichen Verein RTHC Bayer Leverkusen an den Start, sondern für seinen Ausbildungs-Klub RVG Hankensbüttel.

Sehnsucht nach Wettkampf auf Wasser

Trotz der gelungenen Überbrückungs-Hilfe und den wieder möglichen Einheiten auf dem Wasser bei seinem Dritt-Verein aus Nürtingen wünscht sich der als Arzt in der Esslinger Kinderklinik tätige Steinhorster nichts sehnlicher, als 2020 noch einen „normalen“ Wettbewerb im Boot zu erleben. Sowohl die Landesmeisterschaften in Nordrhein-Westfalen wie auch die Deutschen Sprint-Meisterschaften Anfang und Mitte Oktober seien bislang „explizit noch nicht abgesagt. Wenn das klappt, mache ich drei Kreuze.“

Nachdem er mit seinen Leverkusener Teamkollegen in den vergangenen Monaten kaum Berührungspunkte hatte, soll es ab Ende August wieder ein Trainings-Treffen geben. Um sich für den potenziellen Re(gatta)-Start zu rüsten. Training auf Balkonien muss so schnell nicht wieder sein … „Das ist nicht so mein Ding.“ VON INGO BARRENSCHEEN

Quelle: Isenhagener Kreisblatt, 11.08.2020

Ruderverein am Gymnasium Hankensbüttel hat Großes vor

Sanitärtrakt mit Fitness-Bereich / 46 000-Euro-Spende unterstützt Bauvorhaben

Der Ruderverein am Gymnasium Hankensbüttel hat Großes vor: Um zukunftsfähig zu sein und attraktiv zu bleiben, möchte der RVGH seine Trainingsmöglichkeiten an zentraler Stelle erweitern. Foto: Butting

Hankensbüttel/Knesebeck – Der Ruderverein am Gymnasium Hankensbüttel (RVGH) kann einen Sanitärtrakt mit Jugendfitness-Bereich bauen. Finanziell unterstützt wird der Verein bei diesem Vorhaben von der Firma Butting, die 46 000 Euro für das Vorhaben spendete.

Das Geld stammt aus Rücklagen für Weihnachtsgeschenke für die Kunden, auf die das Familienunternehmen aus Knesebeck erneut verzichtet hat.

Hermann Butting zeigt sich von dem Projekt überzeugt. Er betont: „Als Familienunternehmen sehen wir uns als große Mitarbeiter-Familie. Das Wohl des Einzelnen und der Region liegen uns sehr am Herzen. Jeder, der will, sollte seine Potenziale entfalten können. Deswegen ist es für das Unternehmen eine Herzensangelegenheit, den Verein bei seiner Kinder- und Jugendarbeit zu unterstützen.“ Die Jugendlichen würden in dem Verein Gemeinschaft lernen, Verantwortung übernehmen und etwas für ihre Gesundheit tun. Außerdem sei der Verein ein wichtiger Beitrag, das Freizeitangebot zu verbessern und die Attraktivität der Region um Knesebeck weiter zu erhöhen.

Der einzige lokale Ruderverein hat Großes vor: Um zukunftsfähig zu sein und attraktiv zu bleiben, möchte der RVGH seine Trainingsmöglichkeiten an zentraler Stelle erweitern. Heiko Ernst, zweiter Vereinsvorsitzender, erläutert: „Das neue Gebäude soll über neue sanitäre Einrichtungen und über einen Fitness-Raum verfügen, der von allen Vereinsmitgliedern zu jeder Trainingszeit genutzt werden kann – sowohl in den Sommer- als auch in den Wintermonaten.“ Im Zuge des Neubaus soll zudem die Barrierefreiheit sichergestellt werden. „Dank der großzügigen Unterstützung durch das Unternehmen Butting können wir unseren jugendlichen Mitgliedern auch im Winter eine verbesserte Perspektive zum regelmäßigen Training anbieten. Damit schaffen wir sportliche Entfaltungsmöglichkeiten für Ruderer auch in unserer ländlichen Gegend“, so Ernst. Und weiter: „Das gemeinsame Training während des gesamten Jahres schafft engere soziale Kontakte und trägt zur positiven Entwicklung junger Menschen bei.“

Der Ruderverein hat sein Bootshaus am Elbe-Seitenkanal in der Nähe zum Stammsitz von Butting. Der Verein wurde 1975 gegründet und zählt aktuell 200 Mitglieder. Der Schwerpunkt liegt beim Freizeitsport und Wanderrudern. Das Bootshaus mit Übungsrevier wird oft von Ruderern als Trainingslager genutzt. Die Kinder- und Jugendarbeit im Verein nimmt einen sehr hohen Stellenwert ein. Familie Butting ist seit langer Zeit mit dem Ruderverein verbunden. Bereits Dr. Hannshermann Butting hatte dem Verein als leidenschaftlicher Ruderer angehört. Und auch Hermann Butting ist seit seiner Zeit auf dem Gymnasium Mitglied im Verein.

Quelle: Isenhagener Kreisblatt, 11. Januar 2020

Imort jubelt über Exoten-Gold

Deutsche Sprint-Meisterschaften: Steinhorster siegt im RTHC-Achter

Das Highlight der Deutschen Sprintmeisterschaften - Flutlichtfinals. Quelle: DRV/rudern.de
Das Highlight der Deutschen Sprintmeisterschaften – Flutlichtfinals. Quelle: DRV/rudern.de

Essen/Steinhorst – Es war beileibe nicht der erste nationale Titel für Dominic Imort. Und doch verströmte der Triumph des gebürtigen Steinhorsters am vergangenen Wochenende auf dem Kettwiger Ruhrbogen gleich in mehrfacher Hinsicht eine ganz besondere Note. Flutlicht-Flair.

Ein außergewöhnlich großes Publikum. Und dann war da auch noch der Exoten-Status, den sein Achter vom RTHC Bayer Leverkusen genoss bei den Deutschen Sprint-Meisterschaften in Essen.

Denn seine Ruder-Wahlheimat stellte im Zwölfer-Starterfeld das einzige Flaggschiff, das nicht in der Bundesliga beheimatet ist. Doch Imort und Co. scherten sich nicht um die fehlende Kurzstrecken-Expertise und fuhren zu Gold! Da schmerzte es auch nicht so, dass er die Titelverteidigung im Vierer hauchzart verpasste.

„Es hat richtig Spaß gemacht! Für den Verein ist das eine super Sache, gerade gegen so eingefahrene Mannschaften“, strahlte Imort ob des Leverkusener Außenseiter-Sieges in der Königsdisziplin. Denn gerade auf der Sprint-Distanz, wo zwischen Erfolg und Misserfolg Wimpernschläge liegen, sei es eigentlich umso wichtiger, auf eine eingespielte Achter-Crew bauen zu können. „Die Schläge müssen sitzen. Wenn du nur ein, zwei in den Sand setzt, ist es gelaufen, das kannst du auf der Strecke nicht mehr ausbügeln“, verdeutlichte der Mann mit der Ruder-Wiege RVG Hankensbüttel. Doch gemeinsam mit Marius Kock, Heiner Schwartz, Felix Krane, Michel Palisaar, Felix Drahotta, Dennis Dethmann, Julius Christ sowie Steuermann Philipp Kappek stimmte einfach alles. Der RTHC gewann Vorlauf wie Halbfinale und dann schließlich auch den Showdown am späten Samstagabend in 51,04 Sekunden vor Minden (51,25) und Münster (51,52). Weil die deutsche Sprint-DM in Essen mit dem traditionellen Herbstcup, der Stadtmeisterschaft und einem Drachenbootrennen zu einem großen Ruder-Event inszeniert wurde, war der Zeitplan eng gesteckt und das Achter-Finale stieg um 21.30 Uhr unter Flutlicht. Imort: „Für die Zuschauer ist das spannend, nebenbei gab es noch eine Party-Meile.“ Dementsprechend verfolgten teils bis zu 3000 Schaulustige das Treiben auf dem Wasser. „Da war richtig was los.“

Umso schöner der Triumph, dem Imort am Sonntag dann gerne noch das Sahnehäubchen aufgesetzt hätte. Doch anders als in den zwei Jahren zuvor blieb Leverkusen im Vierer im Endlauf nur Platz zwei mit 12/100 Sekunden Rückstand. „Die Sieger sind nur im Vierer gestartet, wir hatten schon den Vortag bestritten. Das merkt man dann in den Knochen – die Spritzigkeit hat gefehlt“, konstatierte Imort. Dass er so haarscharf am Double vorbeischrammte, sei dennoch „ärgerlich“ gewesen. Doch das Gesamt-Fazit fiel absolut positiv aus.

Quelle: Isenhagener Kreisblatt, 19.Oktober 2019, Ingo Barrenscheen

Lebewohl, Leistungssport!

Peter Kluge
Peter Kluge. Quelle: rudern.de

Rudern: Der Wittinger Peter Kluge zieht auch ohne Olympia einen Schlussstrich

Wittingen – Morgen stattet Peter Kluge seiner Heimatstadt Wittingen mal wieder einen Besuch ab. Die Großmutter hat Geburtstag. Zeit mit der Familie. Etwas ganz Banales, denkt sich die Allgemeinheit.

Weit gefehlt! Denn den reinen Privatmenschen Peter gibt es erst ganz frisch wieder. Noch vor wenigen Monaten hätte er der lieben Oma – wie schon seiner Mama beim 50. Wiegenfest – mit 99,9-prozentiger Wahrscheinlichkeit absagen müssen. Weil das Training auf dem Dortmund-Ems-Kanal gewartet hätte. Vergangenheit. Denn der prominenteste Sprössling des Rudervereins am Gymnasium Hankensbüttel hat die Riemen aus der Hand gelegt, seine Leistungssport-Karriere ist vorbei.

Olympia fehlt in Vita

Nicht wie gewünscht mit einem Paukenschlag bei den Olympischen Spielen. Schon 2016 hatte Kluge seinen großen Traum im Zweier ohne Steuermann verpasst, und auch die Weltspiele 2020 in Tokio werden ohne den 29-Jährigen steigen. Insofern sich der deutsche Vierer überhaupt qualifiziert… 2018 hatte er noch in diesem Boot gesessen, ist seither aber nicht mehr gefragt bei den Bundestrainern um Uwe Bender – und nahm sich deshalb im Frühjahr für gut ein halbes Jahr eine Ruder-Auszeit (das IK berichtete). Es sollte bereits der Schlusspunkt sein, wie sich nun herausgestellt hat.

Schluss mit Verzicht

Im Grunde hatte Kluge während dieses Sabbaticals schon für sich selbst festgestellt, dass der letzte Drive nicht mehr da ist, um „nur für dieses Ziel zu leben und ihm alles gnadenlos unterzuordnen“. Studium. Freunde. Familie: All das wäre für ein weiteres Jahr zur Randnotiz geworden. Vor jeder Saison hätte er sich aufs Neue die Frage gestellt: „Wie hoch schätze ich die Chancen ein? Wie hoch ist der Aufwand? Auf was muss ich verzichten, um etwas anderes leisten zu können? Irgendwo war ich nicht mehr bereit, das so durchzuziehen.“ Zumal sich auch zunehmend der Körper unter der Dauerbelastung bemerkbar machte. Rücken- und Knieprobleme, dazu ein Golfer-Ellenbogen.

Auf dem Abstellgleis

Die letzte Entscheidung aber wurde ihm abgenommen. Der WM-Dritte von 2014 hatte sich nichtsdestotrotz fit gehalten und saß nach einer Kraft-Einheit gerade beim Frühstück im Leistungszentrum in Dortmund, als er völlig unvermittelt ins Büro vom Bundestrainer zitiert wurde. Dieser beendete in einem Fünf-Minuten-Gespräch Kluges Karriere. Indem er ihm mitteilte, dass sein Vertrag bei der Bundeswehr (das finanzielle Rückgrat für das Leben als Leistungssportler/Student und eine unabdingbare Unterstützung) nicht um ein zusätzliches Jahr verlängert werde, weil er nach Ansicht der Coaches auf internationalem Niveau nicht mehr mithalten könne. Obwohl Kluge doch dem höchstmöglichen Kader angehört. Für ihn „ein Widerspruch“ und Schlag ins Gesicht nach zwölf Jahren im Nationalteam. „Ich wurde aber trotzdem dazu eingeladen, Mitte Oktober beim Test-Wochenende mitzumachen, wo es um die Plätze fürs Olympia-Jahr geht. Das war dann der beste Satz …“

Kritik am Verband

Wobei der Wittinger nicht der einzige ist, der ausgebootet wurde. Kluge prangert den Umgang mit den hochdekorierten Sportlern an. „Es läuft im Verband einiges schief.“ Auch sportlich. Von den 14 Bootsklassen hätten sich bislang nur sechs für Olympia 2020 qualifiziert – eine historisch schlechte Bilanz. Wobei diese Kritik ausdrücklich kein Nachtreten sein soll, wie er betont. „Ich bin voll okay mit der Entscheidung.“

Denn nun beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Bis 2021 erhält Kluge noch die Berufsförderungs-Mittel vom Bund, will bis dahin sein BWL-Studium erfolgreich abschließen. Wohl wissend, dass dies eine gewisse Luxus-Situation ist. Das letzte Mal gerudert ist er übrigens im Juni. „Ich vermisse das auch aktuell gar nicht.“ Und doch erscheint eine kleine Träne im Knopfloch beim Gedanken an das verpasste Tokio-Spektakel im kommenden Jahr. „Ein bisschen schon. Aber hinterhertrauern wäre zu hart gesagt. Ich habe mich nie über den Rudersport definiert.“

Schwerer Schuhkarton

Sollte doch Wehmut aufkommen, kann er einfach den Schuhkarton hinten aus dem Kleiderschrank hervorholen, in dem er sämtliche Devotionalien seiner Laufbahn aufbewahrt. Darunter den kompletten Medaillensatz bei Weltmeisterschaften oder Edelmetall von World Cups und internationalen Top-Events. „Ich habe ja Schuhgröße 47, da passt was rein“, grinst Kluge. „Scheinbar bin ich ja nicht ganz so schlecht gewesen …“ Das wird die Oma ihrem Goldjungenmorgen bestimmt noch einmal bestätigen.

Quelle: Isenhagener Kreisblatt, 05.Oktober 2019, Ingo Barrenscheen