Kluge und die Kleinigkeiten

Platz fünf als Olympia-Basis Rudern – Glüsinger mit Langstrecken-Auftakt halbwegs zufrieden

Peter Kluge

Der Teufel steckt im Detail. An und für sich verlief der Auftakt der Olympia-Saison für Peter Kluge und seinen neuen (alten) Partner Clemens Ernsting am Sonntag zufriedenstellend.

„Aber es geht noch besser“, registrierte der Ruder-Riese aus Glüsingen gleichwohl nach dem fünften Platz für das Tandem bei der DRV-Langstrecken-Regatta auf dem Dortmund-Ems-Kanal.

22 Sekunden hinter dem Spitzenboot mit Maximilian Munski/Hannes Ocik überquerten Kluge/Ernsting nach 6000 extrem anstrengenden Metern die Ziellinie. Heftiger Wind gepaart mit Regen erschwerte dem Team Deutschlandachter bei diesem ersten Leistungsblick mit Blick auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio des Janeiro das Leben. „Ich hatte beim Rennen drei Schichten an, die eigentlich alle wasserdicht sind. Die waren schon vor dem Start alle durch“, schilderte Kluge.

Doch die Outdoor-Bedingungen waren für alle gleich. Kluge/Ernsting harmonierten bei ihrer Ruder-Renaissance ganz gut. „Die Feinjustierung ist elementar. Zum Glück sind das bei uns nur Kleinigkeiten“, erklärte der Glüsinger. Er selbst sei mit dem Blatt immer einen Tuck früher im Wasser. Doch diese Technik-Details können viel ausmachen, wie Kluge per GPS an Bord feststellte. „Es ist brutal, was man noch herausholen kann.“ Noch mehr Synchronität und das Duo wäre ganz weit vorn gelandet. Punkte, an denen Kluge/Ernsting im Trainingslager in Avis (Portugal) ab Mittwoch weiter feilen können und wollen.

Denn anders als die innerdeutsche Konkurrenz leben die beiden von der Technik. Nicht von der Kraft. „Wir sind nicht so die Ergometer-Tiere“, meinte Kluge. Das hatte sich für den 25-Jährigen tags zuvor bei der Trocken-Übung über 2000 Meter bewahrheitet. Die 6:04 Minuten auf dem Ergometer wurmten die hiesige Olympia-Hoffnung ungemein. „Eher unterirdisch“ ordnete er seine Zeit ein. „Ich bin so krass abgeschmiert ab der Mitte.“ Insofern war Platz fünf auf der Langstrecke auch eine Genugtuung.

Bundestrainer Ralf Holtmeyer war nach dem Wieder-Einstieg zufrieden. „Die Ergebnisse haben die bisherigen Trainingseindrücke bestätigt. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass dies gerade der Einstieg in die Saison ist. Deswegen dürfen wir die Zeiten auch nicht überbewerten. Jetzt geht die Arbeit erst richtig los.“ Bis zum 21. Dezember bleibt das Team Deutschlandachter in Portugal, trainiert dann noch bis ans Weihnachtsfest heran.

Quelle: Isenhagener Kreisblatt, 1. Dezember 2015

05. Dezember 2015 von rvgh.de
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