Ex-RVGHler zünden Tunnel-Turbo!

Ex-RVGHler zünden Tunnel-Turbo!

Rudern – Head of the River Race in London: Imort und Wengenroth mit Celler Achter auf Rang 79

Hankensbüttel. Der Tunnelblick: Viele Sportler kennen ihn. Aber auch in zweifacher Ausführung!? Zwei ehemalige Ruderer des RVG Hankensbüttel erlebten den doppelten Tunnelblick. Beim „Head of the River Race“.

Ex-RVGHler zünden Tunnel-Turbo!

Anstrengung und Willenskraft sind ihnen ins Gesicht geschrieben: Der Celler Achter mit den Ex-RVGHlern Nils Wengenroth (r.) und Dominic Imort (4. v. r.) beim Massenrennen in London. Foto: privat



Dem Massenspektakel schlechthin für Achter aus aller Welt auf der Londoner Themse!

Einzigartig die Eindrücke. Einzigartig auch das Ergebnis: Steuermann Nils Wengenroth und Dominic Imort landeten mit dem Boot des Celler Ruder-Vereins nach einer ent- und geschlossenen Mannschaftsleistung auf Platz 79 in dem 420er-Feld. Die beste „Head“-Platzierung eines reinen CRV-Achters in der Vereinsgeschichte!

Schon Monate im Voraus hatte die Vorbereitung auf das Mega-Ereignis begonnen (das IK berichtete). Aus dem erhofften RVGH-Quattro-Antrieb wurde nichts. Finn Fischer und Heinrich Hoop waren nicht reif für die Insel, fielen beim Auslese-Verfahren für den perfekten Achter hinten runter. Letzterer hauchdünn. Für das letzte freie Ticket lieferte sich Hoop mit einem jungen Celler Ruderer ein Stechen im Zweier und verpasste um einen Wimpernschlag den begehrten Sitz neben seinen Hankensbütteler Weggefährten Wengenroth und Imort.

Auf das typisch englische Regen-Wetter hätte das daheim gebliebene Duo sicherlich gerne verzichtet. Auf das 6,8 Kilometer lange Rennen freilich nicht. „Was da los war, kann man schlecht beschreiben. So viele Achter auf einen Haufen habe ich noch nicht gesehen. Das ist mit nichts in Deutschland zu vergleichen“, kam Head-Debütant Imort aus dem Schwärmen nicht heraus. Die gut 20 Minuten Hochkonjunktur auf dem Wasser seien wie im Flug vergangen. Wie an einer Perlenkette reihte sich Boot an Boot, im Sekundentakt begann die wilde Jagd. Dabei war Eile geboten: Das Head richtet sich nach den Gezeiten. Los geht’s bei Wasser-Höchstand. Dann nimmt die Strömung rapide ab. „Bei den letzten steht das Wasser praktisch“, erklärte Imort.

Der Celler Achter ging mit der Startnummer 115 auf die Strecke. Mit besagtem Doppel-Tunnelblick. „Die anderen Boote liegen alle rechts und links am Ufer, man selbst fährt in der Mitte durch. Aber davon kriegt man gar nicht so viel mit“, schilderte Imort. Volle Konzentration auf den eigenen Ablauf. Die ersten 500 Meter ließen er und seine Mitstreiter gemächlich angehen. „Wir hatten uns mehr vorgenommen.“ Doch dann steigerten die Celler die Schlagzahl – von 30 auf etwa 33.

Steuermann Wengenroth hatte am Start eine große Lücke zum Vordermann gelassen. Doch die schrumpfte kontinuierlich. An der Hammersmith Bridge – eine von zwei rammelvollen Brücken auf dem Themse-Abschnitt – spürten Imort und Co. praktisch den Windzug der Riemen vom vorab gestarteten Boot der University of Manchester. Den Blinker gesetzt und zack vorbei!

Auf Höhe des Stadions des FC Fulham überholte der CRV-Express noch zwei weitere Boote. Allerdings nicht reibungslos. „Der eine Achter hatte freiwillig Platz gemacht, doch die Steuerfrau wollte zu früh wieder zurück auf die Ideallinie“, so Imort. Rumms! Ein typischer Auffahr-Unfall mit verknoteten Riemen als Bremse auf der Themse… „Das hat uns zehn bis 15 Sekunden gekostet“, bedauerte der ehemalige RVGHler. Und damit umgerechnet auch zehn bis 15 Plätze.

Dennoch: Rang 79 in der Endabrechnung toppte alles bisher Dagewesene! „Wir waren überrascht, dass es für die Top 80 gereicht hat“, strahlte Imort. So hat sich Celles Achter für das nächste Jahr eine bessere Ausgangslage verschafft. Ein Startplatz weiter vorn bedeutet auch mehr Strömung unterm Kiel…

Von Ingo Barrenscheen

Quelle: Isenhagener Kreisblatt, 26. März 2012

26. März 2012 von rvgh.de
Kategorien: Presse | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Da hat jemand bei Gezeitenkunde nicht aufgepasst: Bei Hoch- und Niedrigwasser ist die Strömung am geringsten; das heißt auch Kenterwasser, weil die Strömung die Richtung wechselt. Die größte Strömung herrscht etwa zur Halbzeit zwischen Hoch- und Niedrigwasser. Hochwasser in London, Tower Bridge war um 9:02 am 17.03.2012; Start zwei Stunden später.

    Munterbleiben
    HC, dreimaliger participant

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