Lebewohl, Leistungssport!

Peter Kluge
Peter Kluge. Quelle: rudern.de

Rudern: Der Wittinger Peter Kluge zieht auch ohne Olympia einen Schlussstrich

Wittingen – Morgen stattet Peter Kluge seiner Heimatstadt Wittingen mal wieder einen Besuch ab. Die Großmutter hat Geburtstag. Zeit mit der Familie. Etwas ganz Banales, denkt sich die Allgemeinheit.

Weit gefehlt! Denn den reinen Privatmenschen Peter gibt es erst ganz frisch wieder. Noch vor wenigen Monaten hätte er der lieben Oma – wie schon seiner Mama beim 50. Wiegenfest – mit 99,9-prozentiger Wahrscheinlichkeit absagen müssen. Weil das Training auf dem Dortmund-Ems-Kanal gewartet hätte. Vergangenheit. Denn der prominenteste Sprössling des Rudervereins am Gymnasium Hankensbüttel hat die Riemen aus der Hand gelegt, seine Leistungssport-Karriere ist vorbei.

Olympia fehlt in Vita

Nicht wie gewünscht mit einem Paukenschlag bei den Olympischen Spielen. Schon 2016 hatte Kluge seinen großen Traum im Zweier ohne Steuermann verpasst, und auch die Weltspiele 2020 in Tokio werden ohne den 29-Jährigen steigen. Insofern sich der deutsche Vierer überhaupt qualifiziert… 2018 hatte er noch in diesem Boot gesessen, ist seither aber nicht mehr gefragt bei den Bundestrainern um Uwe Bender – und nahm sich deshalb im Frühjahr für gut ein halbes Jahr eine Ruder-Auszeit (das IK berichtete). Es sollte bereits der Schlusspunkt sein, wie sich nun herausgestellt hat.

Schluss mit Verzicht

Im Grunde hatte Kluge während dieses Sabbaticals schon für sich selbst festgestellt, dass der letzte Drive nicht mehr da ist, um „nur für dieses Ziel zu leben und ihm alles gnadenlos unterzuordnen“. Studium. Freunde. Familie: All das wäre für ein weiteres Jahr zur Randnotiz geworden. Vor jeder Saison hätte er sich aufs Neue die Frage gestellt: „Wie hoch schätze ich die Chancen ein? Wie hoch ist der Aufwand? Auf was muss ich verzichten, um etwas anderes leisten zu können? Irgendwo war ich nicht mehr bereit, das so durchzuziehen.“ Zumal sich auch zunehmend der Körper unter der Dauerbelastung bemerkbar machte. Rücken- und Knieprobleme, dazu ein Golfer-Ellenbogen.

Auf dem Abstellgleis

Die letzte Entscheidung aber wurde ihm abgenommen. Der WM-Dritte von 2014 hatte sich nichtsdestotrotz fit gehalten und saß nach einer Kraft-Einheit gerade beim Frühstück im Leistungszentrum in Dortmund, als er völlig unvermittelt ins Büro vom Bundestrainer zitiert wurde. Dieser beendete in einem Fünf-Minuten-Gespräch Kluges Karriere. Indem er ihm mitteilte, dass sein Vertrag bei der Bundeswehr (das finanzielle Rückgrat für das Leben als Leistungssportler/Student und eine unabdingbare Unterstützung) nicht um ein zusätzliches Jahr verlängert werde, weil er nach Ansicht der Coaches auf internationalem Niveau nicht mehr mithalten könne. Obwohl Kluge doch dem höchstmöglichen Kader angehört. Für ihn „ein Widerspruch“ und Schlag ins Gesicht nach zwölf Jahren im Nationalteam. „Ich wurde aber trotzdem dazu eingeladen, Mitte Oktober beim Test-Wochenende mitzumachen, wo es um die Plätze fürs Olympia-Jahr geht. Das war dann der beste Satz …“

Kritik am Verband

Wobei der Wittinger nicht der einzige ist, der ausgebootet wurde. Kluge prangert den Umgang mit den hochdekorierten Sportlern an. „Es läuft im Verband einiges schief.“ Auch sportlich. Von den 14 Bootsklassen hätten sich bislang nur sechs für Olympia 2020 qualifiziert – eine historisch schlechte Bilanz. Wobei diese Kritik ausdrücklich kein Nachtreten sein soll, wie er betont. „Ich bin voll okay mit der Entscheidung.“

Denn nun beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Bis 2021 erhält Kluge noch die Berufsförderungs-Mittel vom Bund, will bis dahin sein BWL-Studium erfolgreich abschließen. Wohl wissend, dass dies eine gewisse Luxus-Situation ist. Das letzte Mal gerudert ist er übrigens im Juni. „Ich vermisse das auch aktuell gar nicht.“ Und doch erscheint eine kleine Träne im Knopfloch beim Gedanken an das verpasste Tokio-Spektakel im kommenden Jahr. „Ein bisschen schon. Aber hinterhertrauern wäre zu hart gesagt. Ich habe mich nie über den Rudersport definiert.“

Schwerer Schuhkarton

Sollte doch Wehmut aufkommen, kann er einfach den Schuhkarton hinten aus dem Kleiderschrank hervorholen, in dem er sämtliche Devotionalien seiner Laufbahn aufbewahrt. Darunter den kompletten Medaillensatz bei Weltmeisterschaften oder Edelmetall von World Cups und internationalen Top-Events. „Ich habe ja Schuhgröße 47, da passt was rein“, grinst Kluge. „Scheinbar bin ich ja nicht ganz so schlecht gewesen …“ Das wird die Oma ihrem Goldjungenmorgen bestimmt noch einmal bestätigen.

Quelle: Isenhagener Kreisblatt, 05.Oktober 2019, Ingo Barrenscheen

Sportler des Jahres 2018

Mixed-Vierer des RVGH gewinnt in der Kategorie Mannschaft/Jugend

Sportler des Jahres 2018

Am 28. Juni 2019 kürte der KSB Gifhorn in Kooperation mit der Aller-Zeitung die „Sportler des Jahres 2018“. Unter den Nominierten in der Kategorie Mannschaft/Jugend, setzt sich der Mixed-Vierer vom RVGH durch. Vielen Dank an all diejenigen, die für diese Mannschaft gestimmt haben. Die vier Sportler Lorenz Ernst, Jan-Niklas Falke, Susanne Krummel und Miriam Schmidt sowie Ihr Trainer Heiko Ernst freuten sich riesig über diese Auszeichnung. Herzlichen Glückwunsch!

„Der Mixed-Vierer des Rudervereins am Gymnasium Hankensbüttel besteht aus Lorenz Ernst, Susanne Krummel, Miriam Schmidt und Jan-Niklas Falke. Sie hatten sich selbst das Ziel gesetzt, die Deutsche Sprintmeisterschaft in Münster zu gewinnen, und haben diszipliniert dafür trainiert. In jeder freien Minute ruderten sie – und legten so mehrere 100 Kilometer zurück. An Wochenenden zogen sie gleich in das Bootshaus am Elbe-Seiten-Kanal. Die Qualifikation für das A-Finale in Münster gelang. Und dann mussten die vier noch mal alle Kraft zusammennehmen. Vollste Konzentration am Start, dann das Signal: Achtung – los! Die sechs Vierer fuhren ziemlich gleichauf, erst ab der Mitte des Rennens zog sich das Feld etwas auseinander. Kettwig und Witten setzten sich ab, für die Hankensbütteler ging es um Platz drei. Der Zieleinlauf war ein Wimpernschlagfinale: Vier Boote gleichauf, mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen, alle innerhalb einer Sekunde durchs Ziel. Und auch wenn die Hankensbütteler auf Platz sechs endeten, waren Qualifikation und Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft ein bleibendes Ereignis.“ (Quelle: www.ksb-gifhorn.de)

Jahreshauptversammlung 2019

Liebe Ruderinnen und Ruderer,

hiermitladen wir Euch zur diesjährigen Jahreshauptversammlung des Rudervereins am Gymnasium Hankensbüttel e.V. am Freitag, 26. April 2019 um 18.00 Uhr ins Vereinsheim ein.

Tagesordnung:

  1. Eröffnung, Begrüßung und Feststellung der ordnungsgemäßen Ladung und Beschlussfähigkeit
  2. Aussprache über die vorliegenden Tätigkeitsberichte des Vorstands
    1. Rückblick und Vorausplanung: Jens Breidenbach und Heiko Ernst
    2. Bericht derJugendwarte: Lorenz Ernst, Felix Kompalla, Susanne Krummel, Hauke Müller, Daniel Weise
    3. Bericht des Schriftwarts: Dieter Reisewitz
    4. Bericht des Bootswarts/Ehrenvorsitzender
    5. Bericht des Trainingswart/Regattasport
    6. Bericht des Wanderruderwarts: Sven Krüger
    7. Bericht des Fahrzeugwarts: Jörg Reinecke
  3. Kassenbericht über das zurückliegende Geschäftsjahr: Melanie Reinecke
  4. Bericht der Kassenprüfer: Andrea Ernst, Barbara Kröber
  5. Genehmigung des Kassenberichts
  6. Entlastung des Vorstandes
  7. Neuwahlen von Vorstandsmitglieder
    1. stellv. Vorsitzende(r)
    2. Schriftwart(in)
    3. Trainingswart(in)
    4. Fahrzeugwart(in)
    5. Jugendwart(in)
    6. Kassenprüfer(in)
  8. Anträge
  9. Vorlage des Haushaltsplans für das Geschäftsjahr 2019/2020 und Beschlussfassung darüber
  10. Verschiedenes

Falls Anträge gestellt werden wollen, so sind diese bis zum 01.04.2019 beim 1. Vorsitzenden schriftlich einzureichen.

Mit rudersportlichen Grüßen
Jens Breidenbach, Heiko Ernst, Dieter Reisewitz, Melanie Reinecke

Ablauf

Die Mitgliederversammlung des RVGH läuft wie folgt ab:

  • Die Versammlung beginnt um 18 Uhr und endet um 20 Uhr
  • Es gibt ein Heft mit den Berichten der Vorstandsmitglieder, was ihr zuhause in Ruhe durchlesen könnt. Die Vorstandsmitglieder beantworten gern die aufkommenden Fragen auf der JHV.
  • Für das leibliche Wohl wird gesogt sein. Wasser, Kaffee, Saft und Knabbereien/Snacks.

Hinweis für Jugendliche: Beschränkt geschäftsfähige Jugendliche (bis 18 Jahre) benötigen für die Stimmabgabe eine schriftliche Zustimmung der Erziehungsberechtigten.

Bereit für Berlin: RVGH rockt Regatta

Schüler-Wettbewerb in Hannover: Motivierte Hankensbütteler mit Top-Ergebnissen und Teamspirit

Aus Spaß wurde Ehrgeiz: Der Mix-Gigdoppelachter des RVG Hankensbüttel samt Osnabrücker Verstärkung düste der Konkurrenz über die 300 Meter-Kurzstrecke davon.

Hannover/Hankensbüttel. Diese Generalprobe kann mit Fug und Recht als gelungen bezeichnet werden: Der Nachwuchs des Ruder-Vereins am Gymnasium Hankensbüttel (RVGH) holte sich jüngst bei der Schüler-Regatta in Hannover nicht nur den letzten Feinschliff beim letzten Test vor dem Herbstfinale bei Jugend trainiert für Olympia in Berlin, sondern zudem auch noch acht Siege bei 18 Starts!

Beim Veranstalter waren Meldungen aus ganz Niedersachsen eingegangen. Gewissermaßen ein Beschnuppern der Konkurrenz und erster Fingerzeig vor dem Höhepunkt in der Bundeshauptstadt in gut anderthalb Wochen. Die 20 Aktiven des RVGH jedenfalls hinterließen schon einmal eine eindrucksvolle Duftmarke.

Wobei für Henrike Brammer das Erlebnis vor dem Ergebnis stand: In ihrem ersten Wettkampf überhaupt bei den Mädchen 2006 und jünger war das Küken deutlich langsamer als die älteren Kontrahentinnen, aber es zählte der Erfahrungswert. „Es ist schon aufregend genug, allein mit dem Einer auf fremdem Gewässer an den Start zu gehen“, meinte Trainer Thomas Krummel.

Zukunftsträchtig sind in jedem Fall die Hankensbütteler Mädchen des Jahrgangs 2005. Clara Saucke legte – nach ihrem souveränen Sieg im Einer – mit den Teamkolleginnen Antonia Meyer, Justine von Campen, Emma Pickarski und Steuerfrau Vivian Hanke einen starken Auftritt im GigDoppelvierer hin. Der RVGH musste nur der momentan besten niedersächsischen Mannschaft ganz knapp im Endspurt den Vortritt lassen. Krummel freut sich: „Da baut sich eine Perspektive für die nächste Saison auf!“ Zudem setzten sich seine Schützlinge in den Mix-Gigdoppelachter. Gewissermaßen der „Tausendfüßler“ unter den Booten mit etwa 18 Meter Länge, Steuermann, acht Aktiven und 16 Skulls. Zusammen mit den beiden RVGH-Jungen Oliver Röpke und Hendrik Uwe Möhle sowie einem Duo aus Osnabrück gelang in diesem SpaßWettbewerb ein knapper Sieg über die sehr kurze Sprintdistanz von 300 Metern.

Die Zöpfchen-Crew hat wieder zugeschlagen: Souverän sicherten sich die RVGH-Jungen des Jahrgangs 2006 den Sieg in Hannover.

Zugeschlagen hat auch wieder die Zöpfchen-Crew: Johannes Weitz, Nils Zimmermann, Hauke Hawellek, Tim DreyerWinkelmann und Steuermann Elias Niefindt, die als markantes Markenzeichen ihre Haare drapieren, ließen bei den Jungen 2006 nichts anbrennen. Die Landessieger Jugend trainiert für Olympia 2018 beherrschten ihre zwei Gigdoppelviererrennen nach Belieben. „Nun muss der momentane Vorsprung gegenüber den Gleichaltrigen für die nächsten Jahre gehalten, besser ausgebaut werden“, verspricht sich Krummel einiges. „Die Motivation ist hoch.“ Beim Bonus-Programm im Mix-Gigdoppelachter, zusammen mit vier Mädchen aus Osnabrück sprang Platz zwei heraus.

Beachtliche Platzierungen auch bei den A-Junioren. Regatta-Debütant Daniel Weise und sein Partner Julius Heers setzten sich im Schülerdoppelzweier (Jahrgang 2000/01) deutlich durch. Im Juniorendoppelzweier landeten Lorenz Ernst/Jan-Niklas Falke gegen die deutlich stärkere Konkurrenz im Mittelfeld. Der gemeinsame Start im Juniorendoppelvierer mit Steuerfrau Miriam Schmidt endete nach 1000 harten Metern mit dem Silberrang. Das Quartett probierte sich zudem noch im technisch anspruchsvolleren Gig-Riemenvierer und musste mit Rang drei im Fünfer-Feld Vorlieb nehmen.

Absolut erfreulich und teils unerwartet auch das Abscheiden bei den Mädchen. Susanne Krummel dominierte die Einer-Konkurrenz (2000/01) deutlich gegen die Konkurrenz aus Kassel und triumphierte auch mit Miriam Schmidt, Jüngste im Feld, im Doppelzweier. Letzterer liegt allerdings die 500-Meter-Kurzstrecke nicht: Schmidt ließ sich trotz Führung kurz vor dem Ziel noch überholen. Mittelfeldplätze gab es obendrein noch für Mats Ole Blaue bei den B-Junioren und die 2005er-Jungen Oliver Röpke und Hendrik Uwe Möhle im Doppelzweier.

Krummels absolut positives Fazit: „Wir haben momentan über mehrere Jahrgänge verteilt sehr motivierte und leistungsbereite Aktive, die zum Wettkampf ihre Leistungsfähigkeit abrufen können und auch wollen. Und das Gruppenfeeling passt auch – eine große Familie!

Quelle: Isenhagener Kreisblatt, 15. September 2018